Die sportliche Gemeinde Eschenbach möchte um alles in der Welt eine Dreifachturnhalle für 12 810 000 Franken bauen. Seit vielen Jahren schon bestehe das Bedürfnis. Vor allem bei den Vereinen sei die Nachfrage nach einer solchen Halle gross, aber auch für die Schulen sei ein zusätzlicher Turnhallenbedarf nachgewiesen. Eschenbach könne sich die Investition problemlos leisten, ohne dass dies eine Steuererhöhung zur Folge hätte.

Wollen die Eschenbacher die nächsten 20 Jahre weiterhin sehr viel Steuern bezahlen, während die Nachbarsgemeinden grosszügig ihre Steuerfüsse senken?

Rechnet man bei diesem Projekt mit 4 Prozent für jährliche Amortisationen und 4 Prozent für Zinsen, so ergäben sich zusätzliche Aufwendungen von jährlich rund 1 Million Franken. Von diesen Ausgaben wird erstaunlicherweise nirgends etwas erwähnt. Würde man diesen Betrag den Bürgern als Reduktion des Steuerfusses weitergeben, ergäbe sich eine Steuersenkung von mindestens 10 Prozent. Wollen die Bürger das Risiko eingehen, das Eschenbach sich mit seiner Hochfinanzpolitik in eine so schlechte Lage bringt, dass sich selbst viele eingefleischte Eschenbacher überlegen, wegzuziehen (z. B. nach Kaltbrunn tiefe Bodenpreise, angenehmer Steuerfuss), und damit das heute erfreuliche Steueraufkommen gefährden?

Die projektierte Dreifachturnhalle besässe überregionale Ausstrahlungskraft und würde für Eschenbach zu einem wertvollen Standortvorteil werden. Bei der Auswahl seiner zukünftigen Wohn- und Sitzgemeinde traf ich noch keinen, der sich im Vorfeld nach einer Dreifachturnhalle erkundigt hätte. Weltmeister und berühmte Sportler ziehen dann sowieso nach Wollerau.

Von überregionaler Ausstrahlungskraft kann sich die Gemeinde Eschenbach wahrlich nichts kaufen. Im Gegenteil, man kann sogar weiterhin in einer steuergünstigen Nachbarsgemeinde wohnen bleiben und künftig trotzdem von der teuren Halle in Eschenbach profitieren. Ist das fair? Alle, die sich gegen diese Hochfinanzpolitik wehren wollen, müssen jetzt unbedingt noch brieflich abstimmen oder am 15. Mai 2011 an die Urne gehen und ein «wehrhaftes» Nein einwerfen.

Die Vereine und Befürworter haben sich bereits organisiert. Da werden wohl alle, die Turnschuhe besitzen, den Stimmnachweis erbringen müssen, ohne sich der finanziellen Konsequenzen überhaupt bewusst zu sein.