Vergangene Woche erhielten die Stimmberechtigten von Goldingen, St. Gallenkappel und Eschenbach die Unterlagen für die Fusionsabstimmung vom 11. September. Darin preisen die Gemeindeverantwortlichen die Vorteile einer Einheitsgemeinde an. Dass es etliche Nachteile zu schlucken gäbe, falls die Schulgemeinde in die Politische Gemeinde inkorporiert würde, haben sie vergessen zu erwähnen. 
 
So etwa verliert die Schulbehörde an Autonomie, vor allem im finanzpolitischen Bereich. Denn sie könnte den Stimmberechtigten kein eigenes Budget und keinen eigenen Steuerfuss mehr beantragen. Deswegen würde die Transparenz leiden und die Schulbürger die Mitsprachemöglichkeit verlieren. Vergessen wir auch nicht, dass neu die Schule vom Wohlwollen des Gemeinderates abhängig würde: Sie würde verpolitisiert.
 
Schliesslich sei noch Folgendes erwähnt: Erfahrungen in anderen Gemeinden, die bereits zur Einheitsgemeinde übergegangen sind, zeigen, dass die gepriesenen Vorteile nur teilweise erzielt worden sind. Eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Schulund Politischer Gemeinde, aber auch die verbesserte Nutzung von Synergien sind ohne Fusion möglich. Wer im Hinblick auf die Urnenabstimmung vom 11. September in Bezug auf die Einheitsgemeinde Nein sagt, hat nicht am schlechtesten gewählt.
 
Erwin Krättli
Eschenbach