Reden können die Befürworter gut, stark sind sie auch, schliesslich sind sie von ihrem Tun überzeugt. Sie bringen Argumente vor gegen die auf den ersten Blick kein Kraut gewachsen scheint. Und sie ärgern sich über Gegner und lassen da ihren Gefühlen freien Lauf. Man solle sachlich argumentieren sagen sie immer wieder - da sollten sie sich selber an der Nase nehmen.

Gestern Abend war die letzte Infoveranstaltung der Fusionsbefürworter. Ein laues Lüftchen wehte, man wäre gern draussen an der frischen Luft gewesen und hat sich statt dessen der Selbstbeweihräucherung der Gemeindeoberen ausgesetzt.

Ausser den neuen Zahlen gab es keine Neuigkeiten. Wir wissen aus den Medien, dass der Steuerfuss und die Fusionsbeiträge festgelegt sind. Stimmt denn das? Gemäss Bruno Schaible, Verantworlicher für Gemeindefusionen im Kanton St. Gallen, sind das erst angenommene Zahlen. Im Kantonsrat wird erst im Februar 2012 darüber abgestimmt, nach der Fusionsabstimmung!

Selbstverständlich wurde mit einem Diagramm belegt, dass es bei allen fusionierten Gemeinden beim tieferen Steuerfuss geblieben ist, Langzeitstudien gibt es nicht. Dass in Luzern ein halbes Jahr nach der Fusionsabstimmung bereits die erste Steuererhöhung angekündigt wurde, sagte niemand.

Zum neuen Gemeindenamen wurde gesagt, dass Phantasienamen keine Chancen hätten. Soviel ich weiss, ist Neckertal kein Gemeindename der zuvor existierte.

Dass man Leserbriefschreiber auf eine ganz fiese Art denunzierte haben wohl nicht alle gemerkt. Eck Hörhager, der sich aus Sicht der Befürworter erdreistete seine Meinung in der Zeitung zu schreiben, wurde auf bösartige Weise angegriffen.

Auf die Frage wer im Abstimmungsbüchlein die Gegenargumente schreibe, wollte der Sprecher keine klare Antwort geben, es wurde zweimal nachgefragt bis klar war, dass der hauseigene Gemeindeschreiber diese Argumente schreibt. Objektivität ist so natürlich nicht gewährleistet.

Man hört immer wieder von Fairness und was die Gemeinden schon alles geleistet hätten für diese Fusion. Was die Befürworter, ach was, die Fusionsturbos vergessen haben auf ihrem Weg zur Fusion sind die Gegner, die ernst genommen werden wollen. Sie hätten von Anfang an Gegner mit ins Komitee integrieren können, von uns gibt es nämlich genug.

Ich bin überzeugt, dass die wenigen Zuhörer die anwesend waren, es dürften etwa 200 gewesen sein, sich eine eigene Meinung gebildet haben über die Informationspolitik sowie den Umgang mit Anders-Denkenden.