Erst kürzlich las ich in einem Leserbrief, dass die Gemeindevereinigung uns nicht nur etwas in das eigene Portemonnaie bringen soll, sondern grundsätzlich unsere Lebensqualität verbessern wird. Schauen wir uns doch einmal um, wie viele Menschen würden gerne mit uns tauschen. Wir wohnen in der reichen und attraktiven Schweiz, auf die so viele andere Länder neidisch sind. Anscheinend sind wir damit trotzdem noch nicht zufrieden und wollen immer noch mehr und moderner sein. Dass mit einer Fusion besonders die erwähnte Lebensqualität verloren geht, wird dabei ganz vergessen. Wie viele Personen regen sich bereits heute auf, wenn sie extra nach St. Gallen fahren müssen, um einen neuen Pass zu bestellen. Früher konnte dies immer im Dorf erledigt werden. Genauso ist es mit unserem Gemeindehaus, welches künftig ebenfalls nicht mehr in der Nähe sein wird. Bedeutet die bürgernahe Verwaltung nicht auch Lebensqualität?
Kein Tag vergeht, ohne dass wir vernehmen müssen, dass das Grosse versagt. Die Post, die UBS und neuerdings auch die EU etc. befinden sich in einer grossen Krise. Alle funktionieren nicht mehr, weil sie zu gross und unübersichtlich geworden sind. Wieso wollen auch wir zu einer unüberblickbaren Grösse werden?
Die letzten Jahre haben mir eines mehr als deutlich vor die Augen geführt. Es geht langsam bergab mit unserer Schweiz. Vor allem mit dem Erhalt unserer Grundwerte wie Freiheit, Selbstbestimmung, Föderalismus und Eigenständigkeit sieht es zunehmend schlecht aus. Dieser „alte Plunder“ steht unseren Damen und Herrn Politikern mehr und mehr im Weg. Man fragt sich bei Entscheidungen nicht mehr nach jenem, was unsere Vorfahren unter grossem Einsatz für uns aufgerichtet haben, sondern man richtet sich bloss nach einer gerade aktuellen politischen Modeströmung und vor allem nach dem Weg des geringsten Widerstandes. So wollen wir uns doch auch bei der kommenden Fusionsabstimmung auf unserer Freiheit und Eigenständigkeit besinnen. Darum stimmen wir Nein zur Fusion.