Dem Eschenbacher Erwin Krättli sind die Fusionsabsichten der drei Gemeinden nicht geheuer. Auch den vier Varianten des neuen Gemeindewappens kann er nichts abgewinnen. Bild: Manuela MattZürichsee-Zeitung: Mit den Wappenvorschlägen für die fusionierte Gemeinde können einige Einwohner von Eschenbach, St. Gallenkappel und Goldingen nichts anfangen. Am liebsten beliessen sie alles beim Alten. Auch punkto Fusion. Dass die Bevölkerung in eine wichtige Entscheidung nicht einbezogen worden ist, stösst Erwin Krättli sauer auf. Seinem Ärger machte der Eschenbacher Luft, indem er sich hinsetzte und einen Leserbrief zuhanden der Lokalpresse verfasste. Darin schrieb er, es sei geradezu skandalös, dass ein Ausschuss im Alleingang entschied, den Gemeinden Eschenbach, St. Gallenkappel und Goldingen nach ihrer Vereinigung den Namen Eschenbach zu verpassen.

Seine Zeilen lösten zahlreiche Reaktionen aus, ein paar ablehnende, vor allem aber zustimmende. Für Krättli war es eine Bestätigung: Der neue Gemeindename polarisiert. Nun will er sich mit diesen Gleichgesinnten organisieren. «Ich weiss jetzt, dass ich in dieser Sache alles andere als ein Einzelkämpfer bin.»

Krättli, der vor 42 Jahren aus dem Bündnerland nach Eschenbach zog und hier Wurzeln schlug, macht keinen Hehl daraus, dass er einer Fusion grundsätzlich kritisch gegenübersteht. Als überzeugter Anhänger des Föderalismus sieht er im Zusammenschluss einen Schritt hin zum Zentralismus. Fundamentalist sei er aber nicht, da er mit jedem Mehrheitsentscheid leben könne.
 
Nur das Wappen wählen
Wenigstens würden die Bürger bei der Wahl des neuen Gemeindewappens einbezogen, sagt der Hobby-Heraldiker und ehemalige Lehrer des BWZ Rapperswil. Die vier Vorschläge empfindet Krättli jedoch als mangelhaft. Der erste Vorschlag, drei verbundene Ringe, sei heraldisch zwar korrekt, von der Originalität her aber armselig. Das zweite, sprechende Wappen, sei «schlicht ein Witz», weil der Name Eschenbach weder mit Eschen noch einem Bach etwas zu tun habe. Den dritten und vierten Vorschlag hält Krättli für überladen.
Sein Vorschlag ist, die drei heutigen Wappen sollen einfach nebeneinander geführt werden. «Die Thurgauer Gemeinde Neunforn hat genau das gemacht.» Das Wappenproblem habe so gütlich gelöst werden können.
 
Durch das Hintertürchen?
In einer Konsultativabstimmung sollen die Einwohner der drei Gemeinden demnächst ihre Meinung äussern. Krättli hält dies für einen «unrühmlichen Weg durch das Hintertürchen», weil damit der Volkswille missachtet würde. In Eschenbach sei das Aussehen des Wappens nämlich seit langem in der Gemeindeordnung verankert. Nur die Bürgerversammlung könne hier Änderungen vornehmen, sonst niemand (siehe Kasten).
 
Der Eschenbacher Gemeindeschreiber Thomas Elser wundert sich über diese Aussage seines früheren Staatskundelehrers. Es sei zwar richtig, dass das aktuelle Wappen heute nicht einfach so geändert werden könne, sagt er. Doch wenn sich die Bevölkerung für eine neue, gemeinsame Gemeindeordnung ausspricht, ist die alte nicht mehr gültig. «Dann gibt es auch keinen speziellen Schutz für das alte Wappen mehr.» Ausserdem handle es sich bei der Konsultativabstimmung eher um eine Umfrage. Der meistgewählte Wappenvorschlag wird in den Antrag aufgenommen, über den die Bürgerinnen und Bürger an einer konstituierenden Bürgerversammlung erneut und endgültig befinden.