Lieber Leserbriefschreiber; bestimmt haben Sie als Ehemann einer Gemeinderätin an der Bürgerversammlung vom April 2010 in der Pfarrkirche Goldingen teilgenommen. Vielleicht mögen Sie sich dabei erinnern, dass der Gemeindepräsident Daniel Gübeli die Fusionsgegner aufgefordert hat, ebenfalls in den Projektarbeiten der Fusionsabklärungen mitzuarbeiten. Mehrere Gegner haben sich anschliessend an den Gemeinderat gewandt um ihre Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Leider wurden sie jedoch zurückgewiesen. Da ihre direkte Mithilfe in den Projektarbeiten anscheinend doch nicht erwünscht war, blieb den Fusionsgegnern keine andere Wahl als die Hinterfragung der Fusionsargumente durch die Medien.
Sie erwähnen in Ihrem Leserbrief die Professionalisierung der Verwaltung durch eine Gemeindefusion. Sicherlich haben Sie die Versprechungen der Gemeindepräsidenten mitbekommen, wonach alle bisherigen Mitarbeiter (zu unbekannten Stellenprozenten) weiterbeschäftigt werden. Woher soll dann auf einmal die professionellere Arbeitsweise kommen? Bestimmt erledigen alle Angestellten ihre Arbeit auch zum heutigen Zeitpunkt höchst professionell und werden ihren Berufserfahrungsschatz und Ausbildungsweg nicht von einem Tag auf den andern verändern können. Meiner Meinung nach erfolgt der Erfahrungsaustausch unter den Angestellten der drei Gemeinden heute schon sehr gut! Es wird auch bei einer Fusion nicht der Fall sein, dass ein ferienabwesender Verwaltungsangestellter von jemandem vertreten wird, der über alle vom Kollegen bearbeiteten Fälle wie Baugesuche oder Sozialfälle Bescheid weiss. Die Vergrösserung des Verwaltungsapparates bringt nebst der Unübersichtlichkeit auch weitere Nachteile mit sich. So werden die korrekten Wasser- und Abwasseranschlüsse sowie Strassensanierungen sicherlich nicht wie von Ihnen erträumt schneller und günstiger erfolgen. Schliesslich wird z.B. ein Abwasseranschluss von noch mehr Personen bearbeitet und bewilligt werden müssen und auch die Baufirmen verlangen nach wie vor gleich hohe Entschädigungen für ihre Ausführungsarbeiten.
Zum Gewicht einer Gemeinde beim Kanton möchte ich kurz erwähnen, dass drei Gemeindepräsidenten mit Sicherheit mehr erreichen als einer. Und übrigens, auch Fusionsgegner besitzen Autos mit Allradantrieb und haben es nicht nötig, bei schlecht gepflügten Strassen als erste zu reklamieren…