Im Anschluss an die Hauptversammlung der CVP Eschenbach vom Donnerstag, 18. März 2010, wurde zum Thema «Gemeindevereinigung» im Café Mürtschen eine öffentliche Podiumsdiskussion veranstaltet. Ziel war es, im Hinblick auf die an den Bürgerversammlungen von Eschenbach, St. Gallenkappel und Goldingen traktandierte Grundsatzabstimmung die Meinungsbildung zu fördern. Insbesondere wollte man Vor- und Nachteile einer Gemeindefusion aufgrund von Erfahrungen andernorts näher beleuchten. Zum Thema referierten nebst dem Gemeindepräsidenten von Eschenbach, Sepp Blöchlinger, die Kantonsrätin und Gemeindepräsidentin Vreni Wild aus Neckertal und Rudolf Wenk aus Jona.
 
Sepp Blöchlinger zeigte die Beweggründe, welche die Gemeindevorstände anlässlich ihrer regelmässig zwischen den drei Gemeinden stattfindenden Behördenkonferenzen dazu bewogen, eine Gemeindevereinigung von Eschenbach, Goldingen und St. Gallenkappel zu prüfen und zu einer Grundsatzabstimmung zu bringen.
 
Nach Ansicht der drei Gemeindebehörden sei heute die Bevölkerung der Gemeinden bereits «zusammengewachsen» und über die Gemeindegrenzen hinaus vernetzt und verbunden. Die Vereine rekrutierten ihre Mitglieder schon länger unabhängig von Gemeindegrenzen. In Bezug auf die Verwaltung sei eine Zusammenarbeit sogar über das Vereinigungsgebiet hinaus bereits Tatsache. So würde auf bestimmten Gebieten heute auch mit Rapperswil Jona zusammengearbeitet. Letztendlich müsse es aber auch ein Ziel einer Fusion sein, dass die Steuerbelastung, respektive der Steuerfuss, längerfristig und über das ganze zukünftige Gemeindegebiet unter das heutige Niveau von Eschenbach zu liegen komme. Die Aussichten dafür seien nach seiner Auffassung gut, auch wenn genauere Aussagen zu Zahlen zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich seien.
 
Mit Ruedi Wenk ergriff ein Verwaltungs-Outsider und Nichtbehördenvertreter das Wort, der seinerzeit gegenüber Vereinigung von Rapperswil-Jona opponiert hatte. Mit einem geschichtlichen Exkurs in die Vergangenheit der beiden Gemeinden Rapperswil und Jona, zeigte er, wie sehr die Geschichte auch die Vereinigung von Gemeinden beeinflusst. Nebst der Erklärung für gewachsene Strukturen beeinflusse die Geschichte auch das Bauchgefühl der Bürger. Auch wenn er damals auf der Seite der Gegner gestanden sei, so könne er heute mit dem Ergebnis der Fusion sehr gut leben. Besonders für Rapperswil Jona sei die Schulsituation gewesen, wo nach einer geplatzten Fusion der auch konfessionell getrennten Schulgemeinden die Einheitsgemeinde eine Lösung geboten habe. Zuvor hätten viele Schüler in ihrem Kurrikulum teilweise unsinnige Schulwege und Klassenzuteilungen in Kauf nehmen müssen.
 
Andererseits habe aber gerade die Opposition zu einem guten oder vielleicht sogar besseren Ergebnis des Vereinigungsprozesses beigetragen. Als kleines Beispiel nannte er das heutige Wappen, das aufgrund einer Anregung der Opponenten zur heute gültigen Form fand. Nach seiner Auffassung sei es wichtig, dass im Hinblick auf ein besseres Ergebnis eine Opposition bestehe. Erst diese stosse den notwendigen Denkprozess in der ganzen Breite an, der in einem Dialog enden müsse.
 
Anschliessend wurde das Podium für Fragen geöffnet. Ein zentraler Punkt hier war das Thema Einheitsgemeinde. Während für Ruedi Wenk die Einheitsgemeinde in Rapperswil Jona das Hauptergebnis der Fusion war, sieht Vreni Wild in der Vereinigung der politischen Gemeinden im Neckertal einen sinnvollen Zwischenschritt. In Bezug auf die Schulen seien die Verhältnisse mit Ausdehnung und Überschneidungen über die Gemeinde- und Kantonsgrenze hinaus zu komplex gewesen, um alles in einem Schritt vereinigen zu können. Man sei aber offen, um später vielleicht auch die Schulen noch zur Einheitsgemeinde mit der politischen Gemeinde formen zu können.