Sowie eine intakte Familie noch immer die wichtigste Urzelle der Gesellschaft ist, so hat sich die Gemeindeautonomie in unserem politischen System „Gemeinde-Kanton-Bund“ seit mehr als 150 Jahren bewährt. Über 2'500 Dorf- und Stadtgemeinschaften tragen entscheidend zum Wohlstand der Schweiz bei. In kaum einem Staat gibt es so weitgehende Mitbestimmungsrechte des Volkes wie in der Schweiz. Die lange demokratische Tradition, aber auch die vergleichsweise geringe Grösse und Bevölkerungszahl des Landes sind ausschlaggebend für das Funktionieren dieser besonderen Staatsform, um die uns viele beneiden.
Neue Studien zeigen: Kleine, überschaubare Strukturen sind nach wie vor wichtig und dem gesellschaftlichen Zusammenleben förderlich. Die Menschen wollen mitbestimmen und sind umso zufriedener, je mehr direkte Demokratie ausgestaltet ist. Ausserdem entwickelt sich in einem solchen Umfeld die Wirtschaft viel besser (vgl. Studien des Ökonom Prof. Bruno S. Frey, Universität Zürich). Die Gemeindegrösse hat zudem Einfluss auf die Qualität der Demokratie. Je grösser nämlich eine Gemeinde ist, desto mehr sinkt die Qualität der Demokratie, das Mitspracherecht geht verloren. Staatspolitisch gesehen werden immer weniger Menschen über immer mehr regieren. Es fängt im Kleinen schon an, dass man nicht mehr auf den Bürger hört, dass man dem Bürger eine Meinung aufzwingen will. Ist das nicht der Anfang einer Diktatur?
Jakob Fischbacher
Goldingen