Uns Fusionsgegnern wird immer wieder vorgeworfen, dass wir nicht sachlich argumentieren würden. Die Befürworter meinen mit „sachlich“ aber nur das Geld, denn damit lässt sich so mancher Unentschlossene ködern. Die Steuern sollen gesenkt werden, alles soll günstiger werden etc. Wer gibt uns dafür eine Garantie? Wenn es dann nach einer Fusion anders kommt, schieben die neuen Gemeinderäte den alten die Schuld in die Schuhe, und die alten Gemeinderäte verweisen auf die neuen und kassieren weiter ihre dicke Pension. Siehe die Fusion Luzern-Littau, dort häuft sich jetzt schon ein Schuldenberg, obwohl auch da mit dicken Steuersenkungen geködert wurde. Ein halbes Jahr nach der Fusion wurde schon wieder eine Steuererhöhung angekündigt. Oder siehe Rapperswil-Jona, dort streiten sie sich über den Standort der Bibliothek, auch dort geht es ums Geld und auch dort wird es sich nach dem grösseren Ort entscheiden. Wer mehr Stimmen im Ort vereinigt, kann bestimmen.
Wir müssen "wettbewerbsfähig" werden. Super, gegen wen "kämpfen" wir denn? Was müssen wir denn unbedingt besser machen als alle anderen? Was gibt es zu gewinnen? Wer gibt uns die Garantie, dass die Gemeinderäte der fusionierten Gemeinde alles besser machen als die heutigen Gemeinderäte? Wir sind gut so wie wir sind. Etwas mehr Selbstvertrauen täte uns gut. Würde der Gemeinderat die Zügel in die Hand nehmen anstatt sein Heil in der Fusion zu suchen, würde das unseren Ortschaften mehr bringen.
Eine wirklich sachliche Argumentation muss alle Fakten umfassen, wie zum Beispiel Demokratieverlust, Verlust des Bürgerrechts, der Selbstverantwortung, aber auch Emotionen, denn es geht letztlich darum das dörfliche Leben mit all seinen Facetten zu erhalten oder aber sich von anderen drein reden zu lassen.
Es wird Zeit, dass die Gemeinderäte der zwei am meisten betroffenen Gemeinden ihren Einwohnern ehrlich sagen was auf sie zukommt, damit diese endlich die Augen öffnen.