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Wer die Abstimmungsunterlagen genau durchliest, wird feststellen müssen, dass die Seiten 16, 17 und teils 18 des Vereinigungsbeschluss massgebend sind für die Abstimmung und sich darin nichts verändern darf, ausser an einer ordentlichen Gemeindversammlung. Alles andere sind Vermutungen, die aber jederzeit auf die gewünschte Position geändert werden können.
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Das Wagnis "Gemeindefusion" wurde mit klaren Vorstellungen begonnen: Gemeinsam sollte eine neue Gemeinde mit neuem Wappen und neuem Namen geschaffen werden. Nach der Grundsatzabstimmung vom 26. September 2010, an der die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mehrheitlich ja gesagt haben zu einer Fusion, hat der Wind aber gedreht. Da war nicht mehr viel zu hören von gemeinsam, von neuem Namen, von gleichberechtigt und -verpflichtet. An den gesteuerten Zusammenkünften der Gemeindevertreter wurde klar auf den Namen und den Verwaltungsstandort Gommiswald hingearbeitet. Die zwei Drittel der Ernetschwilerinnen und Ernetschwiler, die einen völlig neuen Namen wollten, sind überstimmt worden. Das hat vielen drastisch vor Augen geführt, was für Verhältnisse in der neuen Gemeinde herrschen werden: Im Zentrum Gommiswald, am Rande Rieden, Ernetschwil, Gebertingen und (wie lange noch?) Ricken.
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Viele Gemeinden seien für eine effiziente Aufgabenerfüllung zu klein, fänden nicht mehr genügend qualifizierte Amtsträger und seien finanziell überfordert. Ähnlich wird die Zusammenlegung der Schulgemeinden mit den politischen Gemeinden sowie der Bürgergemeinden mit den Einwohnergemeinden verlangt. Generell gilt: Das Fusionsfieber lebt von falschen Hoffnungen und falschen Annahmen. Eine Triebkraft hinter dem Fusionsfieber sind auch die Eigeninteressen verschiedener am Fusionsprozess beteiligter Handlungsträger.
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Die Bürgerschaft wird mit einem unrealistisch tiefen Steuerfuss zu einem Ja zur Fusion gelockt. Obwohl im Vereinigungsbeschluss nirgends verbindlich festgelegt wird, wie hoch der Steuerfuss bei einer allfälligen Fusionierung sein wird. Ausserdem überlegt sich niemand, wie sich die Steuern auch ohne Fusion entwickeln könnten.
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Einer meiner grössten Kritikpunkte am Fusionsprojekt war und ist, dass die Projektleitung, d.h. die vereinigten Gemeindepräsidenten, mit dem Slogan „Gemeindevereinigung – isch guet für alli“ von Beginn weg ein Monopol auf die richtige Deutung der Gemeindefusion errichtet und damit eine freie Diskussion zu diesem Thema massiv erschwert hat. Wer getraut sich denn schon, öffentlich gegen die obrigkeitliche, hoheitliche Devise anzutreten, die Gemeindevereinigung sei per se gut für alle? Nun, ich habe es gewagt, die Erfahrungen sind erhellend.